Barrierefreie Dolomiten

Barrierefreie Dolomiten. Ein Welterbe für alle

"Der Berg gehört allen, nicht nur den Kletterern; er gehört sowohl denjenigen, die ihre Ruhe in der Stille suchen, als auch denjenigen, die in der Anstrengung noch mehr Ruhe suchen”. So äußerte sich Guido Rey, ein italienischer Bergsteiger, über die Bergwelt, und diese Worte gelten umso mehr für ein Welterbegut wie die Dolomiten.

Alle Menschen müssen freien Zugang zu den Dolomiten haben: deshalb wurden schon einige Wanderwege von jeglichen Hindernissen befreit, um jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, die außergewöhnlichen Landschaften der Dolomiten auf eigene Faust zu erleben. Die Lokalverwaltungen, die im Bereich Inklusion tätigen Verbände und die Sportvereine der Dolomitenregion haben unter der Koordination der Stiftung Dolomiten UNESCO eine Initiative ins Leben gerufen, die dazu dient, allen Menschen im Rahmen ihrer körperlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse und unabhängig vom Grad ihrer Behinderung den Zugang zum Welterbe zu erleichtern. Zu diesem Zweck wurde eine interaktive Karte erstellt, auf der alle geeigneten Wanderwege des Welterbes eingetragen sind, und um so allen Menschen die Möglichkeit zu geben, die außergewöhnliche Naturlandschaft des Dolomiten UNESCO Welterbes mit allen Sinnen zu genießen: eine in enger Zusammenarbeit erstellte, detaillierte Beschreibung der verschiedenen Wanderwege mit einem einheitlichen Aufbau, die den universellen Werten des Gutes Rechnung trägt.  

Der Besucher kann unter 23 verschiedenen Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade wählen, die auf die 9 Teilgebiete des Welterbegutes verteilt sind und jedem Wanderer tiefe Einblicke in die Erdgeschichte und außergewöhnliche Ausblicke auf die landschaftlichen Sehenswürdigkeiten dieser weltweit einzigartigen Berge ermöglichen. Jede Wegbeschreibung enthält zudem detaillierte Informationen unter anderem über die Wegbeschaffenheit, die Gehzeit und den Wegverlauf.

Diese Initiative ist Teil eines umfangreicheren Projektes mit der Bezeichnung "„Planung spezifischer Maßnahmen zur Förderung des freien Informationszuganges und der barrierefreien Nutzung des Dolomiten UNESCO Welterbes für Menschen mit Behinderungen“ Das Projekt wird vom Ministerium für Kulturgüter, kulturelle Aktivitäten und Tourismus im Sinne des Staatsgesetzes Nr. 77/2006 „Spezifische Maßnahmen zum Schutz und zur Nutzung der italienischen Gebiete kulturellen, landschaftlichen und umweltschützerischen Interesses, die in die Liste des Welterbes aufgenommen und unter den Schutz der UNESCO gestellt wurden“ finanziert. Im Einklang mit der Gemeinsamen Führungsstrategie des Gutes, unterstützt das Projekt die von den Lokalverwaltungen bereits ins Leben gerufenen Sensibilisierungsinitiativen für eine bessere Zugänglichkeit des Dolomiten UNESCO Welterbes durch Information, Lehrgänge und direkte Förderung. Ziel des Projektes ist die Schaffung einer dynamischen Kommunikations- und Begegnungsplattform, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, aufbaut und erweitert, und dies auch dank der Beiträge und Anregungen aller Interessierten.

Die weltweit bekannten Dolomiten UNESCO eignen sich hervorragend für die Verwirklichung eines solchen groß angelegten sozialen Inklusionsprojektes, um allen Menschen unabhängig vom Grad ihrer Behinderung und allein oder in Begleitung eines erfahrenen Bergführers den Zugang zum Welterbe zu ermöglichen. Dies muss nicht bedeuten, dass alle die gleichen Erfahrungen machen müssen, sondern dass allen Menschen im Sinne des Welterbekonzeptes die Möglichkeit geboten wird, die Landschaft und die Geologie der Dolomiten hautnah zu erleben.

Der mittelschwere Wanderweg verläuft am Fuß des Monte Pelmo, eines der repräsentativsten Gebirgsmassive der Dolomiten. Er liegt im Teilgebiet 1 "Pelmo - Croda da lago" der Dolomiten UNESCO.

Ein prächtiger Ausblick auf die Bergmassive des Pelmo, des Civetta und des Antelao. Der mittelschwere Weg führt von Zoppè di Cadore bis zur Schutzhütte Talamini.

Der mittelschwere Weg führt durch die Conca di Fuciade, aus der man einen der schönsten Ausblicke auf eine typische Dolomitenlandschaft mit allem, was dazugehört, genießt: sanft gewellte, bewaldete Kuppen und Weiden, ausgedehnte Schutthalden und eindrucksvolle, nackte Felswände.

Der meist einfache Wanderweg führt in das San-Nicolò-Tal, das sich im Teilgebiet 2 "Marmolata" der Dolomiten UNESCO befindet und ein Vorzeigebeispiel für eine Hochgebirgslandschaft auf 2000 m Meereshöhe ist.

Die Serrai sind einer der am leichtesten zugänglichen Canyons der Dolomiten. Hier eröffnet sich dem Wanderer die Erhabenheit der Dolomitenlandschaft, jene Kategorie landschaftlicher Schönheit, für die die Dolomiten eines der hervorragendsten Vorbilder weltweit darstellen.

Der einfache Wanderweg führt um den bezaubernden Bergsee, der vom Wildbach Cordevole gespeist wird, bis zu einer Seeterrasse mit wunderschöner Aussicht.

Der schwere Wanderweg ist unter dem Teilgebiet 3 "Pale di San Martino, San Lucano, Dolomiti Bellunesi, Vette Feltrine" der Dolomiten UNESCO eingeordnet und ist nur für trainierte, gut ausgerüstete Wanderer geeignet.

Das Canzoi-Tal ist ein wunderschönes Tal, das den Hintergrund für einige der schönsten Wanderwege der umgebenden Bergmassive darstellt.

Die Route durchquert das Settimana-Tal entlang des Wildbaches, der dem Tal seinen Namen gibt. Es ist ein der wichtigsten Täler des Teilgebiets 4 "Dolomiti Friulane e d'Oltre Piave" der Dolomiten UNESCO

Von der ausgedehnten Wiesensenke, in der die Schutzhütte Rifugio Padova steht, genießt man einen beeindruckenden Ausblick auf die wichtigsten Gipfel der westlichen Friulanischen Dolomiten: die Spalti-di-Toro-Gruppe, die Monfalconi-Gruppe und den Cridola.

Der Wanderweg quert das Giaf-Tal, im Herzen des natürlichen Amphitheaters, das von der Monfalconi-Gruppe und der Cridola gebildet wird, den beiden bekanntesten und spektakulärsten Gebirgsmassiven des Teilgebiets 4 "Dolomiti Friulane e d'Oltre Piave" der Dolomiten UNESCO.

Das Fischleintal ist ein außerordentlich gut erhaltenes Relikt des einstigen triassischen Archipels, dem die Dolomiten ihre Entstehung verdanken.

Der mittelschwere Weg führt ins Teilgebiet 5 "Nördliche Dolomiten" der Dolomiten UNESCO. Diese Wanderoute gehört aufgrund der spektakulären Ausblicke und der großen natürlichen und botanischen Vielfalt der Hochgebirgsalmen zu den "klassischen" Touren der Dolomiten.

Die Drei Zinnen sind das Wahrzeichen der Dolomiten und werden jährlich von Hunderttausenden Touristen besucht. Die außergewöhnliche ikonische Ausstrahlung dieser drei Felsgiganten, ihre perfekte Vertikalität und prismatische Form hat sie weltweit berühmt gemacht.

Der gesamte Weg verläuft inmitten des Buchen-Fichten-Mischwaldes, der sich bis zur weitläufigen und wunderschönen Wiesenmulde Selvapiana erstreckt, auf der die Schutzhütte Lunelli erbaut wurde.

Der Wanderweg führt ins Teilgebiet 6 "Puez-Geisler" der Dolomiten UNESCO, das deshalb etwas so Besonderes ist, weil wir hier einzigartige Zeugnisse aus jener Zeit finden, in der Atolle und tropische Riffe das Landschaftsbild prägten.

Die Seiser Alm liegt im Teilgebiet 7 "Schlern-Rosengarten, Latemar" der Dolomiten UNESCO und ist eine prächtige, sanft gewellte Hochalm, aus der wie aus den Wellen eines versteinerten Urmeeres die fossilen Inseln des Schlernmassivs, der Rosszähne und des Plattkofels in den Himmel ragen.

Der Karersee liegt im Teilgebiet 7 "Schlern-Rosengarten, Latemar" der Dolomiten UNESCO und ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Dolomiten sowie das Vorzeigebeispiel für eine hochalpine Seenlandschaft.

Die Hochebene von Lavazè liegt inmitten des Dolomiten Welterbes zwischen den beiden Teilgebieten 8 "Bletterbach" und 7 "Schlern-Rosengarten, Latemar" der Dolomiten UNESCO.

Der Wanderweg windet sich um die Flanken des Weißhorns, das einen tief eingeschnittenen Canyon von außergewöhnlicher geologischer Bedeutung überragt: die Schlucht entspricht dem Teilgebiet 8 "Bletterbach" der Dolomiten UNESCO.

Der Weg quert einen Niederwald oberhalb der Ortschaft Stenico und ist eigentlich ein Kunst- und Naturweg im Teilgebiet 9 "Dolomiti di Brenta" der Dolomiten UNESCO.

Der Seewanderweg ermöglicht spektakuläre Aussichten auf die Campa-Gruppe und die stolzen Gipfel der Nordkette der Brenta-Dolomiten: Cima Uomo, Cima delle Livezze, Sasso Rosso, Cima Sassara, Cima del Vento, Corno di Denno, Cima Flavona, Pietragrande.