Nördliche Dolomiten

Das größte der neun Teilgebiete der UNESCO-Dolomiten erstreckt sich über eine Fläche von 53.586 Hektar und liegt auf dem Territorium zweier Provinzen, Belluno und Bozen. Der Südtiroler Teil des Systems wird vom Pustertal, dem Sextental, dem Gadertal und dem Sankt-Kassian-Tal abgegrenzt, auf der Belluneser Seite bilden das Boite und das Piavetal die Grenze. Das System besteht aus den folgenden vier Berggruppen: die Sextener-Dolomiten mit der Cadini-Gruppe, Comelico und Auronzo, die Fanes-Sennes-Prags-Gruppe mit der Tofana, die Cristallogruppe und die Cadorischen Dolomiten. 

Die Sextener-Dolomiten und die Cadini-Gruppe liegen im nordöstlichsten Teil der Dolomiten und zeichnen sich vor allem durch die über 2.000 Meter hohen Bergmassive und die ausgedehnten, felsigen Hochebenen aus.
Neben den Drei Zinnen, der wegen ihrer markanten Konturen wohl bekanntesten und repräsentativsten Gruppe der Dolomiten, gibt es hier auch noch andere bekannte Massive wie die Sextner Rotwand (3.146 m), die Dreischusterspitze (3.152 m), der Zwölfer Kofel (3.094 m) und die Cadini di Misurina-Gruppe (Cadin di San Lucano 2.839 m).
Das Tal Val d’Ansiei trennt die Sextner- und Cadini-Gruppe von der Cristallo-Gruppe, deren höchster Gipfel der 3.221 m hohe Monte Cristallo ist.
Das Höhlensteintal trennt die Sextner- und Cadini-Dolomiten von der Fanes-Sennes-Prags-Gruppe und dem Tofana-Massiv. Diese beiden Berggruppen nehmen den zentralen und nordöstlichen Teil des Systems ein und weisen mehrere markante Bergspitzen und Massive auf wie den Gebirgsstock Lagazuoi (2.762 m), das Dreigestirn der Tofana (Tofana di Rozes 3.225.m, Tofana di Mezzo 3.244 m und Tofana de Inze 3.238 m) sowie die Conturines-Gruppe.
Die Cadorischen Dolomiten im Südosten werden vom Sorapiss (3.205 m), der Marmarole (2.932 m) und dem Antelao, dem zweithöchsten Gipfel der Dolomiten nach der Marmolata, beherrscht. 

Schutzgebiete
Die nördlichen Dolomiten sind von hohem landschaftlichem, naturalistischem und geologischem Wert und deshalb in drei Schutzgebiete aufgeteilt.
Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags auf Südtiroler Boden wurde 1980 gegründet und erstreckt sich heute über eine Fläche von mehr als 25.000 Hektar zwischen dem Pustertal im Norden, dem Gadertal im Westen, dem Höhlensteintal im Osten und der Grenze zu Belluno im Süden. Innerhalb des Naturparks liegen die Conturines und die Sextner Rotwand, deren stattliche Gipfel eine abwechslungsreiche Hochgebirgslandschaft mit zahlreichen Hochebenen, alpinen Weiden und Almen überragen.
Das Gebiet ist von einem geologischen und botanischen Standpunkt aus sehr interessant und bietet auch vielen alpinen Tierarten wertvolle Lebensräumen; besonders zahlreich sind die Murmeltiere, die zu Symboltieren des Naturparks ernannt wurden (www.provinz.bz.it).
Direkt an den Naturpark Fanes-Sennes-Prags grenzt der ebenfalls in Südtirol liegende Naturpark Drei Zinnen, der 1981 gegründet wurde und sich über eine Fläche von 12.000 Hektar erstreckt. Im Norden grenzt er an das Pustertal, im Süden an die Provinz Belluno, im Osten an das Sextnertal und im Westen an das Höhlensteintal. Die bekanntesten Gipfel sind die Dreischusterspitze und natürlich die Drei Zinnen, denen der Naturpark auch seinen Namen verdankt. Neben botanischen und geologischen Sehenswürdigkeiten ist der Naturpark vor allem wegen seiner Vogelwelt bekannt; hier leben seltene Vogelarten wie der Steinadler und der Mauerläufer, der zum Symboltier des Naturparks ernannt wurde (www.provinz.bz.it).
Der Naturpark der Ampezzaner Dolomiten erstreckt sich über eine Fläche von 11.200 Hektar, die zur Gänze innerhalb der Gemeindegrenzen von Cortina d’Ampezzo auf jenen Grundparzellen liegen, die kollektiv von den Regolieri, den seit jeher in Cortina ansässigen Familien, gemeinschaftlich verwaltet werden. Im Norden grenzt der Naturpark an den Naturpark Fanes-Senes-Prags, und so bilden beide ein zusammenhängendes großes Schutzgebiet. Innerhalb der Grenzen des Naturparks befinden sich die Bergmassive des Cristallo, der Tofana und des Lagazuoi. Der Park wurde ausgewiesen, um seine einzigartigen geologischen Zeugnisse, seine Flora und seine Fauna auch für die zukünftigen Generationen erhalten zu können, und deshalb wurde als Wahrzeichen des Naturparks die nur in den Ampezzaner Dolomiten vorkommende Dolomiten-Hauswurz gewählt (www.dolomitiparco.com).

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetadresse www.dolomitiunesco.info

Die Schutzhütte Berti liegt am unteren Rand des Popera-Tals und wurde zu Ehren von Antonio Berti benannt, der aufgrund seiner Begeisterung für die Östlichen Dolomiten auch Dichter der Berge genannt wurde. Die Schutzhütte ist von den imposanten Bergwänden der Sextner Rotwand, des Elferkofels und des Monte Popera umgeben und ist ein Wegpunkt von einer Variante des Dolomiten-Höhenwegs 5. Sie ist Ausgang- und Aussichtspunkt von der Rundwanderung Anello del Popera, einem der „Sprechenden Themenwege“.

Die Seekofel Hütte liegt zu Füßen des Seekofels und ist der ideale Startpunkt für Besteigungen dieses Berges, von dessen Gipfel aus man eine außergewöhnliche Aussicht genießt. Die Seekofel Hütte ist das erste Etappenziel des Dolomiten-Höhenwegs 1, hier kreuzen sich auch zahlreiche Wegrouten in den Naturpark der Dolomiti d‘Ampezzo und in den angrenzenden Naturpark Fanes – Sennes – Prags.

Die Schutzhütte Bosi befindet sich am südöstlichen Rand des Monte Piana, der aufgrund seiner besonderen Form und seiner Lage ein beliebtes Besucherziel ist und auf dessen Plateau man eine außergewöhnliche 360° Aussicht genießt. Auch das Freilichtmuseum des 1. Weltkrieges auf dem Monte Piana ist ein beliebtes Besucherziel.

Die Schutzhütte Carducci liegt zwischen dem Zwölferkofel und dem Monte Giralba di Sopra. Von hier aus öffnet sich der Blick auf ein weites Bergpanorama: in der Ferne erheben sich der Croda di Ligonto, der Crissin, der Bivera und der Cridola bis hin zur Gruppe der Monfalconi. Von der nahegelegenen Giralba-Scharte schweift der Blick über die Oberbachernspitzen, den Elferkofel, den Monte Popera und den Talschluss des oberen Fischleintals. Die Schutzhütte ist eine Etappe des Dolomiten-Höhenwegs 5.

Die Schutzhütte Città di Carpi wurde 1970 eingeweiht und liegt auf der Maraia-Scharte inmitten des Bergmassivs der Cadini di Misurina. Von hier aus genießt man einen wunderbaren Ausblick auf die Marmarole, die Sorapiss-Gruppe, den Zwölferkofel, den Cristallo und die Tofane. Die Schutzhütte ist ein idealer Startpunkt für Klettertouren und Exkursionen und Stützpunkt des Dolomiten-Höhenwegs 4.

Die Zsigmondy – Comici Hütte liegt im Herzen der Sextner Dolomiten gegenüber des Zwölferkofels und des Elferkofels. Die Hütte wurde vom CAI, Sektion Padua, nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut und verdankt ihren Namen den zwei berühmten Bergsteigern Emil Zsigmondy und Emilio Comici. Sie ist eine Zwischenstation des Dolomiten-Höhenwegs 5.

Die Fanes Hütte wurde 1928 erbaut und befindet sich auf der gleichnamigen Fanes-Alm oberhalb von St. Vigil in Enneberg. Von hier aus genießt man einen atemberaubenden Ausblick auf die Gipfel der Umgebung. Die Schutzhütte ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen. Die Schutzhütte ist eine Etappe des Dolomiten-Höhenwegs 1.

Die Schutzhütte Fodara Vedla liegt auf der Hochebene von Sennes inmitten von grünen Almen im Herzen des Naturparks Fanes – Sennes – Prags. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die ehemalige Offiziersbaracke eines österreich-ungarischen Militärlagers von einem Bäckermeister aus St. Vigil in Enneberg erworben und in eine Schutzhütte umgebaut.

Die Fonda Savio Hütte liegt auf dem Passo dei Toci inmitten der Cadini-Gruppe und ist ein idealer Startpunkt für Tagestouren oder zahlreiche Klettertouren mit optimalen Felsverhältnissen und unmittelbarem Einstieg. Die Schutzhütte liegt am Dolomiten-Höhenweg 4.

Die Schutzhütte Galassi liegt auf dem östlichen Ausläufer der Forcella Piccola zwischen den Felsklippen des Antelao und den Felswänden der Cima Scotter. Seit 1970 wird die Hütte von freiwilligen Mitarbeitern des CAI der Sektion Mestre geführt, die sich wöchentlich abwechseln. Die Schutzhütte ist ein Etappenziel der Dolomiten-Höhenwege 4 und 5 und ein beliebter Veranstaltungsort für Konferenzen und Naturkurse.

Die Schutzhütte Giussani liegt in der Nähe der Fontananegra-Scharte zwischen der Tofana de Ròzes und der Tofana de Mèzo. Sie ist dem Bergsteiger Camillo Giussani gewidmet, ein idealer Stützpunkt für die Bergwanderer auf dem Dolomiten-Höhenweg 1 und die Bergsteiger, die die verschiedenen Klettersteige und Kletterrouten in Angriff nehmen.

Die Lavaredo Hütte wurde 1954 vom Bergführer Francesco Corte Colò "Mazzetta" erbaut und ist ein idealer Ausgangspunkt für die meisten Kletterrouten auf den Drei Zinnen von Lavaredo, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts Bergsteiger aus aller Welt anziehen.

Die Schutzhütte Lavarella befindet oberhalb von St. Vigil in Enneberg im Herzen des Naturparks Fanes – Sennes – Prags, in der Nähe des bezaubernden Lé Vërt (Grünsee), magischer Schauplatz vieler Ladinischen Sagen, und sowohl im Winter als auch im Sommer Ausgangspunkt, Etappenziel und Endpunkt zahlreicher Exkursionen.

Die Dreizinnenhütte wurde 1882 erbaut und 1923 nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut. Die Schutzhütte bietet eine wunderbare Aussicht auf die Drei Zinnen von Lavaredo und den Paternkofel. Sie wurde nach dem italienischen Piloten Antonio Locatelli benannt; seinem Namen  wurde seit kurzem der Name von Sepp Innerkofler, dem Betreiber der ersten Dreizinnenhütte, zur Seite gestellt. Die Schutzhütte liegt am Dolomiten-Höhenweg 4.

Bitte beachten: zur Zeit ist die Lorenzi Hütte geschlossen.

Die Lorenzi Hütte liegt nicht weit entfernt von der Stounies Scharte, einem Pass auf dem Bergkamm zwischen dem nordwestlichen Gipfel des Cristallo und dem Cristallino d'Ampezzo, in der Nähe der Endstation der Gondelbahn Valgrande – Stounies. Die Lage der Schutzhütte ist ideal für Bergsteiger, die die berühmten Klettersteige Ivano Dibona, Marino Bianchi und René De Pol in Angriff nehmen möchten; diese verlaufen teilweise auf einigen Militärpfaden des Ersten Weltkriegs.

Die Schutzhütte Munt de Sennes befindet sich im Naturpark Fanes – Sennes – Prags und ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Mountain-Bike-Touren. Der Seekofel und seine atemberaubende Aussicht auf den Pragser Wildsee, den Muntejela de Sennes, die Rotwand und den Fojedöra ist nur eines der vielen Ziele, die von der Schutzhütte aus in kurzer Zeit erreicht werden könnten.

Die Schutzhütte Pederü liegt im Herzen des Naturparks Fanes – Sennes – Prags, einer weitläufigen  alpinen Hochebene mit grünen Almwiesen, schroffen Berggipfeln, Bergseen, Wanderwegen, Blumen, Tieren, die auch Schauplatz vieler Legenden und Sagen von Zwergen, Prinzessinnen und Zauberern ist. Die Schutzhütte liegt am Dolomiten-Höhenweg 1.

Die Büllelejochhütte ist die höchstgelegene Schutzhütte und liegt eingebettet auf dem Übergang vom Zwölferkofel zu den Drei Zinnen von Lavaredo, zwischen dem Oberbachernjoch und dem Büllelejoch. Die Schutzhütte ist ein idealer Startpunkt für Wanderungen, Klettersteige und Klettertouren.

Die Scotoni Hütte liegt in einer wunderschönen grünen Hochebene, Plan de Lagaciò, zu Füßen della Cima Scotoni e der Fanis-Gruppe und gegenüber der beeindruckenden Cunturines-Spitze. 200 m höher liegt der türkisblau leuchtende Lagazuoi-See oder Lech de Lagaciò.

Die Sennes Hütte liegt im Naturpark Fanes – Sennes – Prags; von hier aus genießt man eine weite Aussicht auf einige der schönsten Dolomitengipfel: die Rotwand (3146m), den Monte Cristallo (3221m), die Sorapis-Spitze (3205m) und die Mittlere Tofana (3243m). Die Schutzhütte ist ein beliebtes Ziel für Tagestouren, aber auch ein beliebtes Etappenziel für längere Bergwanderungen und Mountain-Bike-Touren. Die Schutzhütte liegt am Dolomiten-Höhenweg 1.

Die Drei Schuster Hütte liegt eingebettet in den Fichtenwäldern des Innerfeldtales; die Schutzhütte wurde in den siebziger Jahren vom Alpenverein Südtirol etwas oberhalb der vorher existierenden, abbruchreifen Hütte neu erbaut. Die Schutzhütte ist ein idealer Startpunkt sowohl für Wanderungen als auch für gewagtere Klettertouren auf den Gipfeln der Haunold- und Dreischuster-Gruppe. Die Schutzhütte liegt am Dolomiten-Höhenweg 4.

Die Schutzhütte Vandelli ist nur wenige Minuten Fußmarsch vom Sorapiss-See entfernt, der für die türkise Farbe seines klaren Wassers berühmt ist. Das Wasser, das diesen See speist, stammt aus dem weiter nördlich gelegenen Kar. Es erreicht unterirdisch die Felskante des Kars und stürzt als weithin hörbarer Wasserfall Il Piss talwärts. Dieser Wasserfall ist auch Namensgeber für den Sorapiss (Sora el Piss = über dem Piss). Die Schutzhütte ist eine Etappe des Dolomiten-Höhenwegs 4.